Frankfurter Neue Presse
| Ein Schatten huschte durch die Wellen Hans Christian Andersens «Kleine Meerjungfrau» besuchte die Frankfurter Oper. Die Musik zu dieser heimeligen Geschichte schuf der aus Israel stammende Komponist Lior Navok. Und während die Meerjungfrau als Schattenfigur über die Leinwand huschte, um das Leben über dem Wasser zu erkunden und den Prinzen zu verfolgen, brachte eine Auswahl von Musikern des Museumsorchesters die fein gesponnenen, aber auch für Kinderohren interessanten und fassbaren Klänge zu Gehör. Flöte, Klarinette und allerlei Schlagwerk gaben die passende Ergänzung zu den opulenten Streichern ab. Darüber hinaus stand mit Sivan Silver und Gil Garburg ein engagiertes Klavierduo zur Verfügung. Dirigent Karsten Januschke fühlte sich am Pult so wohl wie die Meernixe im Wasser und zeigte auch in seiner launigen Begrüßung, dass er ein Herz für Kinder (und Kinderkonzerte) hat. Dass sich die einzelnen Musiker zunächst mit improvisierten Solostückchen vorstellten, verstand sich dabei von selbst. Die Schauspielerin Sunnyi Melles war eine überzeugende Märchenerzählerin und las sich in die Herzen der vielen aufmerksamen kleinen Zuhörer. Aber auch den Erwachsenen ging diese Geschichte Andersens, die viele seit ihrer Kindheit nicht mehr gehört haben werden, sehr nahe. Das Schattenspiel – aufgeführt von Hans Bolz, Christof Fleischer und Thomas Korte – war ein geeignetes Mittel, die Handlung um die verliebte Nixe plastisch werden zu lassen, dabei aber nicht zu stark von der eingängigen Musik abzulenken. Auch «Die kleine Meerjungfrau» zeigte wieder, dass die Frankfurter Oper mit ihrer Kinderreihe auf dem richtigen Weg ist. |
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